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Erfolgreich bewerben - 5 Steps, damit aus dem Traum auch ein Job wird

Ein Beitrag von Herbert Hiereth

 

Ja, früher war alles noch ganz anders – irgendwie einfacher! Man machte eine Lehre, wechselte vielleicht nach dieser noch ein oder zweimal die Firma und blieb dann bis zur Rente. Wollte man doch einmal das Umfeld wechseln, dann schaute man die Stellenanzeigen durch, schrieb drei oder vier Bewerbungen, wurde zu zwei Vorstellungsgesprächen eingeladen und hatte den Job. Ja, früher… Heute sind Arbeitsplätze hart umkämpft. Hunderte von Bewerbern auf eine freie Stelle – da hat der Unternehmer die freie Auswahl. Und der Bewerber die Herausforderung, sich von der Masse abzuheben, um den Traum vom Traumjob auch zu verwirklichen.

Die Nachfrage bestimmt das Angebot – auch am Arbeitsmarkt. Ste-hen nur wenige Arbeitsplätze zur Verfügung, gewinnt das Eigenmarketing des Bewerbers an Stellenwert. Da genügt es nicht mehr, nur eine Standard-Bewerbung mit einem Standard-Lebenslauf zu schreiben. Schon bei der Bewerbung ist Kreativität gefragt. Doch bevor Sie damit beginnen, gibt es noch eine Menge zu tun! Folgende 5 Stepps begleiten Sie durch einen erfolgreichen Bewebungsablauf – von der Selbstanalyse bis hin zum Bewerbungsgespräch und darüber hinaus.

1. Step: Selbstanalyse
Sich einfach nur auf Anzeigen, die so einigermaßen zur eigenen Ausbildung oder dem Berufsbild passen, zu bewerben, bringt oft nicht das gewünschte Ergebnis. Werden Sie sich zunächst darüber klar, was Sie genau können, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten Sie in Ihrem bisherigen Job umgesetzt haben und wie diese zum neuen Unternehmen passen. Sie müssen wissen, was Sie der Firma zu bieten haben und was Sie wollen. Erst dann gehen Sie gezielt auf die Suche nach Angeboten, bei denen beides übereinstimmt. Arbeiten Sie gedanklich bereits Lösungsansätze aus, die sich inhaltlich auf das Unternehmen und dessen Suche beziehen. Bauen Sie eine möglichst hohe Identifikation mit dem Unternehmen auf.

2. Step: Der Anruf vorab
Tun Sie nichts, bevor Sie nicht mit dem Unternehmen telefoniert haben. Ob Anzeige in der Tageszeitung oder Stellenangebot auf der Homepage - in jedem Fall empfiehlt sich ein Anruf vorab, in dem Sie offene Fragen (Ansprechpartner – sofern nicht in der Anzeige genannt, warum ist die Stelle frei?) abklären können. Ebenso gut können Sie sich natürlich auch schon ein Stück weit vorstellen (Warum ist gerade diese Stelle interessant, was ist Ihr Erfolgbeitrag?) bzw. Neugierde auf Ihre Person wecken. Mit der Zusage „Dann reiche ich gleich heute noch schriftliche Unterlagen bei Ihnen ein“ oder „Dann schicke ich Ihnen heute noch meine Bewerbung zu“, die Sie selbstverständlich pünktlich einhalten, bereiten Sie ein gekonntes Entree vor.

3. Step: Die schriftlichen Unterlagen
Standard wird schnell zu 08/15 und landet auf dem Berg Bewerbungen. Wenn Sie sich lieber auf dem kleinen Stapel „besonders interessante Kandidaten“ sehen, müssen Sie etwas dafür tun. Heben Sie sich ab. Ihre Bewerbungsmappe sollte interessant gestaltet, aber nicht zu verrückt sein. Ausnahme ist das grafische Gewerbe – hier können Sie ruhig etwas „dicker auftragen“. Ansonsten müssen Sie einfach den richtigen Mittelweg finden und Ihre Bewerbung angenehm anders als alle anderen sein. Was Sie auch schreiben, wie Sie es aufbereiten und verpacken – die Unterlagen sollten Ihre Persönlichkeit widerspiegeln, authentisch sein (also lieber nicht zu schrill, wenn Sie selbst eher klassisch sind), aber auch zum Unternehmen passen (in einer Werbeagentur werden andere Bewerbungsunterlagen positiv auffallen als in der Bank).

4. Step: Das Bewerbungsgespräch
Wie bei allen anderen Steps, zählt auch hier eine gute Vorbereitung. Üben Sie doch einfach mal ein Bewerbungsgespräch mit einem Freund. Oder Sie suchen sich Unterstützung durch einen Coach. Dieser hilft Ihnen, gezielte Fragen vorzubereiten bzw. für solche auf Seiten des Unternehmens gewappnet zu sein. Am Tag der Wahrheit, seien Sie unbedingt pünktlich. Nutzen Sie lieber 10 Minuten Ruhe im Auto, um sich zu besinnen und mental vorzubereiten, als in letzte Sekunde abgehetzt zum Gespräch zu erscheinen. Dann strahlen Sie im entscheidenden Moment Souveränität aus. Die Gesprächspartner sind natürlich von besonderer Bedeutung. Fragen Sie ruhig vorab telefonisch oder lassen Sie sich vor Ort die Namen und Positionen geben. Schließlich wollen Sie doch wissen, mit wem Sie es zu tun haben – ob Unternehmer, Personalverantwortlicher oder Abteilungsleiter. Er-halten Sie von diesen während des Gesprächs Visitenkarten, dann legen Sie diese einfach nach Sitzordnung. So fällt es Ihnen leichter, Ihre Gesprächspartner mit dem (richtigen) Namen anzusprechen.

Ein Lächeln ist bekanntlich der kürzeste Weg zu einem anderen Menschen. Nutzen Sie dies in Bewerbungsgesprächen. Auch, wenn Sie sich angespannt fühlen und vielleicht etwas nervös sind, ein positiver Gesichtsausdruck bewirkt, dass Sie nicht nur sich selbst etwas leichter fühlen, sondern auch bei Ihrem Gegenüber besser ankommen. Zeigen Sie außerdem, dass Sie energievoll sind. Wen würden Sie lieber einstellen? Jemanden, der sich zaghaft und vorsichtig kaum zu sprechen traut oder jemand mit Kraft und Power, dem Sie zutrauen, diese Energie auch im beruflichen Umfeld an den Tag zu legen?

Antworten Sie offen auf alle Fragen, aber niemals nur mit einem Ja oder Nein. Erläutern Sie, wo immer es geht, wie Sie zu bestimmten Erfahrungen gelangt sind, wie sich Meinungen gebildet haben. Stellen Sie umgekehrt auch aktiv Fragen. „Wie haben Sie sich den Ablauf dieses Gesprächs vorgestellt“, könnte z. B. ein guter Einstieg sein, um die Atmosphäre zu lockern. Fragen um die Höhe des Gehalts und den Urlaubsanspruch sind absolut tabu! Ihre Gesprächspartner werden es allerdings zu schätzen wissen, wenn Sie Interesse an Ihrem zukünftigen Aufgabengebiet zeigen: „Handelt es sich um eine Neu- oder Wiederbesetzung? Welche grundsätzlichen Aufgaben umfasst diese Stelle? Welches könnte das erste, konkrete Projekt sein?“

5. Step: Die Zusammenfassung
Am Ende des Bewerbungsgesprächs ist es wichtig, konkrete Vereinbarungen zu treffen. Fordern Sie ruhig auch ein kurzes Feedback zu Ihrer Person und Ihrem Auftreten. Und sollte Ihr Gesprächspartner eher plötzlich das Gespräch beenden wollen, dann fassen ruhig Sie die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen: Warum interessiert Sie das Unternehmen. Welche konkreten Skills können Sie anbieten. Vielleicht fragen Sie auch noch nach einer Unternehmensbroschüre oder es steht eine Betriebsbesichtigung an. Fragen Sie ruhig nach, bis wann Sie mit Feedback bzw. einer Entscheidung rechnen können. Dadurch verdeutlichen Sie nochmals Ihr Interesse!

Der Geheimtipp: Der Brief hinterher!
Beim Bewerbungsgespräch werden Sie nur selten erfahren, ob Sie der erste oder der letzte in einer Reihe von Kandidaten sind. Der erste und der letzte Bewerber bleiben meistens im Gedächtnis haften – was aber, wenn Sie irgendwo in der Mitte, Einer unter Vielen waren? Gerade dann ruft ein Brief, den Sie im Anschluss an das Bewerbungsgespräch, schreiben, Sie wieder ins Gedächtnis. Vielleicht rücken Sie sogar an die erste Stelle. Ein paar nette Zeilen, in denen Sie sich für das Gespräch bedanken, sich noch einmal auf ein oder zwei Highlights beziehen und Ihr Interesse bekunden, wirkt oft wahre Wunder und rundet das kompetente Bild ab, das Sie vom ersten bis zum letzten Erfolgsstep im Bewerbungsablauf gemacht haben.

Übrigens: Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn Sie mit 35, 40 oder sogar 50, auf Stellensuche sind. Den so modernen Attributen „jung, dynamisch, erfolgreich“ haben Sie eine Menge an Erfahrungen entgegenzusetzen. Nach einer betriebsbedingten Kündigung plötzlich wieder von vorne anzufangen wird natürlich mit fortschreitendem Alter nicht unbedingt leichter. Allerdings kann die neue Situation auch zur neuen Chance werden, wenn Sie den Mut haben, in einem neuen Unternehmen vielleicht noch einmal ganz von vorne anzufangen. Bleiben Sie realistisch, was die Gehaltsforderungen anbelangt und nutzen Sie Ihre Kontakte. Networking ist oft ein entscheidender Step auf dem Weg zum neuen Job.

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über den Autor:
Herbert Hiereth ist Seniorpartner bei Antonio & Friends, Oberhaching und als Personalberater tätig: „Die Kunst, Unternehmen und Menschen so zu begreifen und einzuschätzen, dass die neue Aufgabe zur Person und die neue Person zum Unternehmen passt, sehe ich als meine heutige Kernaufgabe“.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Antonio & Friends, Grünwalder Weg 28 a, 82041 Oberhaching, Tel.: 089/66518063+61, Fax: 089/66592339, Email: hiereth@antonio.de .

 
     

 

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