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Berufsbilder / Redaktionelle Beiträge

Was gehört in eine Bewerbung?

Ein Beitrag von Gitte Härter

 

"Bitte übersenden Sie uns vollständige und aussagekräftige Unterlagen." Diese Aufforderung findet man so oder so ähnlich in vielen Ausschreibungen. Doch was genau heißt "vollständig" und "aussagekräftig" in diesem Zusammenhang?

- Die Bestandteile einer Bewerbung
- Die Sonderform Kurzbewerbung
- Mappe oder nicht
- aussagekräftig



Die Bestandteile einer Bewerbung

Ein komplette Bewerbung besteht aus

- Anschreiben
individuell auf Unternehmen und Position zugeschnitten/mehr zum Anschreiben hier

- Lebenslauf
In der Regel computergeschrieben und tabellarisch - selten fordern Unternehmen oder Behörden ausdrücklich handgeschriebene Lebensläufe an. Der Lebenslauf sollte zwei A 4-Seiten nicht überschreiten. Er sollte so gestaltet und sortiert sein, dass man schnell einen eindeutigen Überblick über Ihren bisherigen Werdegang erhält. Der Lebenslauf wird in der Regel mit Datum versehen und unterschrieben.
Mehr zum Thema Lücken im Lebenslauf etc. hier

- Foto
mehr zum guten Bewerbungsfoto hier

- Zeugnisse (ggf. Zertifikate)
Bei Schulzeugnissen in der Regel das Abschlusszeugnis. Zertifikate nur dann, wenn sie relevant sind und wenn Sie mit den Kenntnissen auch etwas anfangen können. Uralt-Zertifikate für Computerprogramme, die niemand mehr nutzt, sind beispielsweise nicht relevant.
Auch Nachweise für Praktika gehören in die Bewerbung. Vollständig bedeutet auch, dass Sie alle Arbeitszeugnisse beilegen, also nicht etwa ein Zeugnis, das Sie für nicht so gut halten, weglassen.



Alternativ kann man beifügen:

- Deckblatt
Auf dem Deckblatt stehen Ihre vollständigen Kontaktdaten und wofür Sie sich bewerben. Wenn Sie möchten, können Sie Ihr Foto hier platzieren.

- "dritte Seite"
Das ist eine Art "Zusammenfassung", in der Sie noch etwas über Ihre Stärken sagen können, über Ihre Motivation oder argumentieren, warum Sie Ihrer Meinung nach die richtige Person für die Stelle sind.
Diese "dritte Seite" empfehlen wir nur dann, wenn Sie sich wohl damit fühlen und wirklich etwas zu sagen haben. Ansonsten: Lieber im Anschreiben relevante Informationen geben, individuell und überzeugend sein.

- Tätigkeitsprofil
Ein Tätigkeitsprofil empfiehlt sich, wenn Sie eine oder mehrere Stationen Ihres Lebenslaufes etwas ausführlicher skizzieren möchten, also beispielsweise Hauptaufgabengebiete noch einmal stichpunktartig aufzählen möchten.



Die Sonderform Kurzbewerbung

Die Kurzbewerbung besteht in der Regel aus einem Anschreiben, dem Lebenslauf - am besten mit Foto. Eventuell mit Tätigkeitsprofil.

Die Kurzbewerbung sieht man manchmal in anderen Formen: Zum Beispiel als Flyer oder Bewerbungspostkarte. Dies wird besonders von Bewerbern gern gemacht, die ihre Kurzbewerbung spontan und persönlich überreichen, zum Beispiel auf Messen.
Achten Sie bei solchen besonderen Präsentationsformen darauf, dass Layout und Präsentation klar bleiben - und auf jeden Fall auf Aktualität und Topqualität. Ich habe schon Bewerbungsfaltblätter gesehen, die schlecht kopiert und nicht mehr aktuell waren.

Bei einer Kurzbewerbung ist wichtig, dass der Empfänger neugierig gemacht wird - also sowohl persönlich, als auch fachlich genug über Sie erfährt, um mehr von Ihnen wissen zu wollen.

Richten Sie sich darauf ein, dass Sie gebeten werden, Ihre kompletten Unterlagen auf Anfrage nachzureichen bzw. zu einem Gespräch mitzubringen.

Fragen Sie sich, ob es wirklich Sinn macht, lediglich eine Kurzbewerbung zu schicken. Der Grund "weniger Aufwand" oder "kostengünstiger" ist ein schlechter. Denn Ihr Hauptziel ist es, eine passende Stelle zu bekommen. Dann sollten Sie alle Informationen von sich von Haus aus geben.

Ausnahme: Wenn es praktisch "vorprogrammiert" ist, dass Sie rein aufgrund der Anlagen sofort eine Absage bekommen, zum Beispiel, weil Sie ausnahmslos sehr schlechte Zeugnisse haben, kann es angeraten sein, den ersten Eindruck lediglich per Kurzbewerbung zu machen und die weiteren Unterlagen auf Anfrage nachzureichen.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Kurzbewerbung gut gegliedert ist und möglichst viele (qualitative) Informationen über Ihre Person und Ihren fachlichen Hintergrund, Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten enthält.

Tipp: Nutzen Sie etwas festeres Papier als das übliche 80g-Papier (90 oder 100g). Das macht gleich einen ganz anderen Eindruck.


Mappe oder nicht

Ihre Unterlagen müssen auf jeden Fall ein Gesicht haben: also keine fliegenden Blätter - und auch nicht lieblos in eine Hülle gestopft.
Ich erinnere mich an die Bewerbung eines Rechtsanwalts, bei der einige Dokumente in Loseblatt-Manier in eine Prospekthülle geschoben waren. Wollte man sich die Bewerbung näher ansehen, hatte man lauter Einzelblätter in der Hand. Das machte einen sehr schlampigen Eindruck.

Achten Sie darauf, dass Ihre Bewerbungsunterlagen sauber, lesefreundlich und "aufgeräumt" sind. Eine Mappe ist kein Muss, empfiehlt sich jedoch. Wenn Sie mehr zu verschiedenen Mappen und zu ihrer Wirkung erfahren möchten, klicken Sie bitte hier.



Aussagekräftig

Mit "aussagekräftig" ist gemeint, dass die Inhalte

- etwas über Ihre Person und Ihre Motivation verraten

- Ihren bisherigen Werdegang und Ihre Qualifikation preisgeben

- so aufgeführt sind, dass man schnell und eindeutig sehen kann, was Sache ist

Ein Unternehmen sucht passende Mitarbeiter - fachlich und persönlich. Die meisten Bewerbungen sind sehr "uniform" gehalten, besonders das Anschreiben verrät oft kaum etwas über den Bewerber selbst, sondern kaut meist nur den Lebenslauf wieder.
Mehr zum Anschreiben erfahren Sie hier.

Selbstverständlich sollte es sein, dass Ihre Informationen in der Bewerbung aktuell sind. Ich sehe es öfter, dass Bewerber offensichtlich veraltete Lebensläufe verwenden, wo die letzte oder aktuelle Stelle nicht angegeben ist. Oder bei denen das Datum unter dem Lebenslauf bereits mehrere Monate alt ist.

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Über die Autorin:

(c) Gitte Härter
eMail: objektiv@selbstmarketing.de

Gitte Härter war selbst Führungskraft und viele Jahre Coach und
Trainerin. Außerdem hat sie über zwei Dutzend Ratgeber
veröffentlicht: http://www.schreibnudel.de .

Gemeinsam mit Christine Öttl hat sie unter anderem
Bewerbungsratgeber veröffentlicht.

Schriftliche Bewerbung: Mit Profil zum Erfolg. Anschreiben
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