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Die Online-Bewerbung

Ein Beitrag von Vogel & Detambel coaching for executives

 

Alle Regeln für das Verfassen von Anschreiben und Lebenslauf zielen darauf ab, dem Empfänger der Bewerbung das Leben so einfach wie möglich zu machen. Es geht um gute Lesbarkeit, Übersichtlichkeit und Handlichkeit. Worauf ist aber zu achten, wenn man zur „Online-Bewerbung“ aufgefordert wird? Natürlich auf die selben Gesichtspunkte! Das aber ist leichter gesagt als getan. Wer sich mit seiner Online-Bewerbung nicht unbeliebt machen möchte, sollte ein paar zusätzliche Gesichtpunkte berücksichtigen.

Am einfachsten ist die Online-Bewerbung, wenn der Stellenanbieter auf seiner Internet-Seite ein festes Raster vorgibt, in das man seine Daten eintragen kann. Das ist genauso einfach, wie das Ausfüllen eines Lottoscheines – und billiger. Aber genau so aussichtslos. Denn die Wahrscheinlichkeit, mit Hilfe eines solchen Antragsformulars einen Traumjob zu bekommen, sind ziemlich gering. Dieses Verfahren ist vermutlich auch nicht erfunden worden, um interessante Kandidaten zu finden, sondern um uninteressante Kandidaten ein für allemal abzuwimmeln.

Neben diesem einfachsten Online-Verfahren gibt es auch noch ein schwierigstes Verfahren. Am schwierigsten ist es, eine eigene Bewerbungs-Seite zu entwickeln, zu programmieren und ins Netz zu stellen. Vor zwei oder drei Jahren, also während der Wildwest-Zeit des Internets, wurde das ja durchaus empfohlen. Dass der Bewerber damit enorm viel Zeit verplempert, ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass auch das Lesen einer solchen Seite ernorm viel Zeit kostet, z.B. wenn die Seite erst durch einen Benutzercode freigeschaltet werden muss, oder wenn die Antwortzeiten gerade mal wieder nicht so berauschend sind, wie sie vom Provider eigentlich versprochen wurden. Oder wenn der Server wegen Wartungsarbeiten eine kleine Pause einlegen muss. Selbst wenn diese tückischen Vorführeffekte ausbleiben: Es gibt kaum ein Medium, das das Lesen eines Tabellarischen Lebenslaufes so erschwert, wie ein querformatiger Bildschirm. Von den Problemen beim Ausdrucken ganz zu schweigen. Denn ausgedruckt wird eigentlich immer, und sei es nur, um im Vorstellungsgespräch etwas in der Hand zu haben. Also: Eigene Bewerbungsseiten waren nie „in“ – heute sind sie „mega-out“.

Zwischen „ganz einfach“ und „ganz schwierig“ gibt es in der Welt der Online-Bewerbungen eine breite Skala an Möglichkeiten, sich Minuspunkte einzuhandeln. Viele Bewerber fügen Ihrer Email-Online-Bewerbung noch ein separates Anschreiben als Textdokument bei. Das ist völlig überflüssig. Viel einfacher und praktischer ist es, die Email als Anschreiben abzufassen - im Ton, in der Form und vom Inhalt her wie ein briefliches Anschreiben. Einziger Unterschied zum klassischen Anschreiben: Man sollte keine Textformatierung und keine Sonderzeichen verwenden, sondern reinen ASCII-Code (auch nicht das RTF-Format ). Unter die Grußformel und den Namen setzt man dann der Vollständigkeit halber noch seine „Visitenkarte“ – postalische Anschrift, Telefon und ggf. Faxnummer. Bei Microsoft-Outlook bzw. Outloock Express heißt diese Visitenkarte „Signatur“ [EINFÜGEN/SIGNATUR] – nicht zu verwechseln mit der „vCard“ – die leider noch nicht von allen Programmen gelesen werden kann.

Jede angehängte Datei macht beim Empfänger einen erneuten Ladevorgang erforderlich. Das kann sehr lästig sein, etwa wenn alle Emails samt Anhang erst durch einen Virenscanner gejagt werden müssen oder wenn Anhänge aus Sicherheitsgründen erst zwischengespeichert werden oder erst nach einer Sicherheitsabfrage geöffnet werden können. Auch die Orientierung geht bei mehreren angehängten Dateien schnell verloren. Wer auf seinem Bildschirm bereits drei oder vier Anwendungen geöffnet hat und muss dann um eine Bewerbung lesen zu können, vier oder fünf zusätzliche Fenster öffnen, der verliert schnell den Überblick. Und wer erst alle bisherigen Anwendungen schließen muss, um mit einer umfangreichen Bewerbung klarzukommen, ist im Zweifelsfalle nicht auf seinen schwächlichen PC sauer, sondern auf den Bewerber. Daraus kann man nur einen Schluss ziehen: Möglichst wenig Dateien an die Email anhängen – am besten nur eine einzige.

Die Zeugnisse sind ein besonders unangenehmes Thema. Die Zeugnis-Kopien separat per Post zu schicken, ist das schlimmste, was man dem Personalbüro antun kann. Online-Bewerbung und Zeugnisse müssen dann nämlich nicht nur zusammengeführt werden, sie müssen bei der Absage auch wieder auseinander gezogen werden, denn schließlich müssen die postalisch eingetroffenen Zeugnisse auch wieder auf dem postalischen Weg zurückgegeben werden. Hat sich der Empfänger die Online-Bewerbungen ausgedruckt, dann muss er sogar noch Buch darüber führen, was er zurückschicken muss und was nicht. Da ist Ärger ist also vorprogrammiert.

Dagegen hilft nur scannen. Damit nun aber nicht aus jedem Zeugnis eine eigene Datei wird, die jeweils separat geladen werden muss, empfiehlt es sich, die Zeugnis-Grafiken in das Textdokument des Lebenslaufes einzufügen. Und zwar am Ende - also im Prinzip genauso wie in der konventionellen Bewerbungsmappe. Dann ist auch sichergestellt, dass es mit den Abmessungen der Grafiken keine unliebsamen Überraschungen gibt.

Wer Zugang zur Acrobat-Software von Adobe hat und damit pdf-Dokumente erzeugen kann, ist fein raus. Dann ist nämlich sichergestellt ist, dass sein Lebenslauf beim Empfänger genau so aussieht wie beim Verfasser. Ansonsten sollte man für das Textdokument Microsoft-Word verwenden, weil das die am weitesten verbreitete Textsoftware ist. Wer andere Software verwendet, riskiert, dass seine Online-Bewerbung nicht oder nur bruchstückhaft gelesen werden kann.

Wenn man in Word eine besondere (True-Type-) Schrifttype verwendet, sollte man nicht vergessen, sie in das Dokument einzubetten, damit der Empfänger das ursprüngliche Schriftbild erhält, auch wenn er die im Dokument verwendete Schrift nicht auf seinem Rechner installiert hat (SPEICHERN UNTER/ EXTRAS/ ALLGEMEINE OPTIONEN/ TRUE-TYPE-SCHRIFTARTEN EINBETTEN).

Wem das alles zu kompliziert ist, der sollte sich von einer Textverarbeitungs-erfahrenen Person helfen lassen. Entscheidend ist, dass man dem Empfänger mit einer Online-Bewerbung nicht mehr Arbeit und Ärger macht, als mit einer konventionellen Bewerbung. Wenn man sich an das einfache Prinzip hält – aus dem Anschreiben wird eine Email und an die Stelle der Bewerbungsmappe wird ein angehängtes Textdokument – dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

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Über die Autoren:
Vogel & Detambel
coaching for executives
Lortzingstr. 7
65187 Wiesbaden
Kompetenz aus 25 Jahren Tätigkeit in den Bereichen Personalberatung und Executive Search (u.a. für Neumann International, Berndtson-Gruppe, Eurosearch-Gruppe, Knight-Wendling), Outplacementberatung seit 1994.
Besuchen Sie uns im Internet: http://www.vogel-detambel.de
eMail: info@vogel-detambel.de

 
     

 

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