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Berufsbilder / Redaktionelle Beiträge

"Das sag ich dann später im Gespräch ..."

Ein Beitrag von Gitte Härter

 

Diesen Satz hören wir immer wieder, wenn es um Bewerbungen geht. Dabei vergisst man eines leicht: An den Schreibtisch des Personalers muss man erst mal kommen. Doch die Gelegenheit zum Gespräch bekommen Sie nur dann, wenn Ihre schriftliche Präsentation aussagekräftig genug ist, um Ihre persönliche und fachliche Qualifikation zu vermitteln. Und wenn der Leser Ihrer Bewerbung neugierig auf Sie wird.

Hier fünf typische Inhalte, die gern "auf's Gespräch" verschoben werden:


1. Die Motivation für die Bewerbung

Wie gut Sie vermitteln, warum Sie sich gerade für diese Position/Firma bewerben, ist ein ganz wichtiger Faktor dafür, wie gut Ihre Bewerbung ankommt. Sofern Sie sich nicht gerade für eine hochspezialisierte Nische bewerben und eine von wenigen Fachkräften sind, können Sie sicher sein, dass sich eine ganze Menge gleich oder besser qualifizierter Kandidaten auf dieselbe Stelle bewirbt wie Sie.

Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Sie in den "einladen"-Stapel wandern, ist es wichtig, Profil zu zeigen. Dazu gehört, dass Sie neben Ihrer Persönlichkeit auch Ihre Motivation ins Anschreiben packen.

Diese sollte konkret sein und der Wahrheit entsprechen. Allgemeinplätze à la "die Stelle interessiert mich" oder "Ihre Firma ist so toll" reichen nicht aus. Sprechen Sie darüber, was Sie tatsächlich an der Position/Firma oder Branche interessiert, und begründen Sie das auf nachvollziehbare Art.


2. Quereinstieg

Insbesondere für Quereinsteiger ist wichtig, für den Personaler entsprechende Punkte schon in der schriftlichen Bewerbung klar und deutlich herauszuarbeiten:

Allem voran wiederum die Motivation: Warum der Quereinstieg in dieses Berufsfeld bzw. diese Branche?

Außerdem ist es wichtig, dass Sie als Bewerber/in klar herausarbeiten, was Sie persönlich mitbringen und welche fachlichen Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten Sie haben und wie diese auf die neue Stelle/Branche übertragbar sind.


3. Wieso nicht mehr selbstständig?

Mehr und mehr Leute möchten nach längerer Selbstständigkeit oder aber einer Übergangs-Selbstständigkeit (z. B. aus der Not heraus) wieder in ein festes Angestelltenverhältnis. Natürlich interessiert sich jede Firma dafür, warum jemand das eigene Business aufgibt: Will da jemand nur aus der Not heraus hier tätig werden? Lässt sich die Person überhaupt etwas sagen? Kann sie sich in ein Team einfügen, wenn sie es - vielleicht sogar jahrelang - gewohnt war, ihr eigener Herr zu sein? Diese und weitere Fragen sind völlig legitim.

Und als Selbstständiger sollten Sie diese auch direkt in Ihrer Bewerbung aufgreifen und gut begründen können.

Denken Sie daran, dass Sie bei der Wahrheit bleiben: Was sind denn die Gründe dafür, dass Sie Ihr Business aufgeben?

Es geht um Nachvollziehbarkeit. Aber natürlich auch darum, dass Sie sich nicht in irgendeiner Form rechtfertigen oder unabsichtlich schlecht reden (wer sich beispielsweise für einen Vertriebsjob bewirbt und im Anschreiben klagt, dass die Kundenakquise nicht funktioniert hat, würde sich ein Eigentor schießen. Hier wäre übrigens auf jeden Fall wichtig, den Berufswunsch auch nochmal kritisch abzuklopfen).

Nutzen Sie die Möglichkeit, die Vorteile, die sich aus Ihrer Selbstständigkeit ergeben haben, herauszuarbeiten: Was haben sie gelernt und was bringen Sie speziell deswegen auch mit?


4. Irgendwelche Knaller oder Makel im Lebenslauf erklären

Ihr Anschreiben soll Sie für den Leser "fassbar" machen - persönlich und was Ihre Qualifikation betrifft. Es geht keineswegs darum, einen Roman zu schreiben, bei dem Sie jede Kleinigkeit erklären oder sich gar rechtfertigen.

Dennoch kann es natürlich Aspekte geben, auf die Sie vorab eingehen sollten. Einige Beispiele sind schon genannt, z. B. der Quereinstieg, die Motivation.

Leider gibt es kein Patentrezept, wonach man auflisten könnte: Punkt X und Y muss immer ins Anschreiben. Eine gute Faustregel ist jedoch: Gibt es in meiner Bewerbung Aspekte, von denen ich weiß, dass sie Fragen aufwerfen oder die als Problem gesehen werden könnten?

Wer beispielsweise einen Jobhopper-Lebenslauf hat und bei keiner Stelle mehr als zwei oder drei Monate war, der sollte in die Offensive damit gehen. Je nach Bewerbung kann es auch wichtig sein, einen Studienabbruch oder eine hingeschmissene Lehre aufzugreifen. Wie gesagt: Es lassen sich hier keine allgemein gültigen Regeln aufstellen. Denn es kommt immer auf die individuelle Konstellation an und darauf, wie relevant die Sache für die aktuelle Bewerbung ist.

Wichtig: Nicht alles, was man selbst als Makel empfindet, ist einer.


5. Die Gehaltsvorstellung

In Stellenausschreibungen wird oft darum gebeten, die Gehaltsvorstellungen anzugeben. Nicht jeder Bewerber möchte das tun, denn manchmal hat man selbst keine rechte Ahnung, will zunächst mehr Informationen über die Stelle. Oder aber man hat gelesen, dass es schlecht sei, als Erster eine Zahl zu nennen.

Natürlich ist es möglich, diese Frage zu umgehen, doch es ist nicht ratsam, damit erst im Gespräch herausrücken zu wollen. Wenn eine Firma explizit darum bittet, den Gehaltswunsch anzugeben, so hat das den ganz banalen Grund, dass man von vornherein wissen möchte, ob die finanziellen Vorstellungen überhaupt zusammenpassen.
Was nützt es, jemanden in den weiteren Bewerbungsprozess hereinzunehmen, wenn von vornherein klar ist, dass der Bewerber deutlich über dem Budget liegt und man daher auch gar nicht zusammen kommt?

Es kann Ihnen also passieren, dass Sie aussortiert werden, weil Sie entgegen der Bitte des Unternehmens darauf verzichten, die Gehaltsvorstellung überhaupt zu nennen. Erst recht, wenn genug Mitbewerber da sind, die ebenso qualifiziert erscheinen, ihre Vorstellungen aber nennen.



Wichtig: Prüfen Sie sich!

Oft hängt die "Das mach ich dann später im Gespräch"-Aussage auch damit zusammen, dass man es vor sich herschiebt, die Sache zu konkretisieren: WAS will ich denn genau sagen? Wie stehe ich dazu? In welcher Form möchte ich den Inhalt und meinen Standpunkt dazu mitteilen?

Es ist eine gute Übung, das zunächst schriftlich zu tun - und danach auch mal zu erzählen. Das ist nicht nur eine wichtige Voraussetzung für Ihre aussagekräftige Bewerbung, sondern auch für Ihre überzeugende Selbstpräsentation. Erst recht, wenn das Thema tatsächlich im späteren Gespräch aufkommt.

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Über die Autorin:

(c) Gitte Härter
eMail: objektiv@selbstmarketing.de

Gitte Härter war selbst Führungskraft und viele Jahre Coach und
Trainerin. Außerdem hat sie über zwei Dutzend Ratgeber
veröffentlicht: http://www.schreibnudel.de .

Gemeinsam mit Christine Öttl hat sie unter anderem
Bewerbungsratgeber veröffentlicht.

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