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Beim Bewerben: realistische Ziele setzen

Ein Beitrag von Christine Öttl

 

Häufig antworten Bewerber auf die Frage nach ihrem Ziel: "Ich will/muss diesen Job unbedingt haben!" Natürlich ist es so, dass man eine (neue) Arbeit anstrebt und eingestellt werden möchte, wenn man sich bewirbt. Aber das zum vordergründigen und einzigen Ziel zu machen, ist meistens nicht hilfreich: Zum einen, weil an dieser Entscheidung andere Menschen beteiligt sind - und das maßgeblich. Zum anderen, weil man sich durch dieses Ziel selbst enorm unter Druck setzt.


Warum "Ich will/muss den Job haben!" kein so gutes Ziel ist

Ja, natürlich geht es beim Bewerben letztendlich darum, eine (neue) Stelle zu bekommen: Sonst würde man sich ja gar nicht bewerben! Insofern sind die Zusage und der Arbeitsvertrag auf jeden Fall das, was man als Bewerber im Hinterkopf hat und anstrebt. Für den Bewerbungsprozess selbst ist es allerdings nicht so hilfreich, sich auf dieses offensichtliche Ziel zu konzentrieren oder gar zu beschränken.

Denn die Entscheidung, welcher Bewerber eine Zusage erhält und eingestellt wird, ist ein komplexer Prozess und von verschiedenen Faktoren und Menschen abhängig, auf die man selbst zum Teil überhaupt keinen Einfluss hat.

Wenn man es sich zum einzigen und direkten Ziel macht, den Job unbedingt zu bekommen, birgt das viele Gefahren. Zum Beispiel:

- Man setzt sich durch das "Muss" und "unbedingt" sehr stark unter Druck.

- Man sucht nach dem 100%-Erfolgsrezept (das es aber nicht gibt!).

- Man ist in erster Linie nach außen orientiert und verpasst, Klarheit über sich zu gewinnen.

- Man ist darauf fokussiert, bloß keinen Fehler zu machen, was verkrampft und stresst.

- Man tut sich schwer, sich auf einen wirklichen Dialog einzulassen und sich zu öffnen.

- Man ist wenig flexibel und kommt ins Schwimmen, wenn Gespräche anders als erwartet verlaufen.

- Man wirkt leicht gekünstelt und oberflächlich.

- Man vermittelt ein schwammiges oder vielleicht total falsches Bild von sich.


Gerade weil Unternehmen immer mehr Wert auf die Persönlichkeit legen und die Bewerber wirklich kennen lernen möchten, vergeben all diejenigen Chancen, die nur auf ihre Außenwirkung konzentriert sind und sich hinter einer Fassade verbergen, um bloß keinen Fehler zu begehen.


Eine realistische Motivation haben

Viel hilfreicher ist es, realistisch zu bleiben: Um erstens den Bewerbungsprozess für sich selbst angenehmer und konstruktiver zu gestalten. Und um zweitens Energie und Zeit in die Dinge zu investieren, die man tatsächlich zum allergrößten Teil selbst unter Kontrolle hat.

Statt "Ich will/muss diesen Job unbedingt haben!" könnten Sie sich beispielsweise sagen:

- Ich möchte diesen Job sehr gerne haben und deshalb arbeite ich individuelle, ansprechende und aussagekräftige Unterlagen aus.

- Mein Ziel ist, dass aus meiner Mappe sowohl meine fachlichen als auch meine persönlichen Qualitäten klar hervorgehen und sie auch optisch ansprechend ist.

- Ich möchte auf alle Fragen in meinem Sinne antworten, etwas zu sagen haben und ein klares Bild von mir hinterlassen.

- Mein Ziel ist, mich als engagierte, selbstverantwortliche und kommunikationsstarke Persönlichkeit zu präsentieren.


Auf solche Ziele kann man sehr gut und gezielt hinarbeiten. Deshalb sind sie viel gesünder und motivierender als solche, bei denen man sich völlig von anderen Menschen und Umständen abhängig macht.


An realistischen Teil-Zielen arbeiten

Auch wenn Sie das letztendliche Ziel - nämlich einen (neuen) Job zu bekommen, nicht direkt und zu 100 % beeinflussen können, haben Sie natürlich große Spielräume und Gestaltungsmöglichkeiten im gesamten Bewerbungsprozess. Sie entscheiden zwar nicht alleine, bestimmen aber durch Ihr Engagement, die Qualität Ihrer schriftlichen Unterlagen und Ihr gesamtes Auftreten sehr stark, welches Bild Sie vermitteln und wie Sie ankommen. Deshalb lohnt es sich, den Blick und die Konzentration auf das zu lenken und an dem zu arbeiten, was Sie tatsächlich unter Kontrolle haben, und diese Handlungsspielräume auszuschöpfen.

Was Sie selbst absolut unter Kontrolle haben und gestalten können, ist beispielsweise:

- die Qualität Ihrer Unterlagen (inhaltlich und optisch)

- wie viel Klarheit Sie darüber haben, warum Sie sich auf die Position bewerben und inwiefern Sie ein Gewinn für das Unternehmen wären

- wie gut und intensiv Sie sich auf die Fragen vorbereiten, die in einem Jobinterview immer gestellt werden

- wie viel Interesse Sie für das Unternehmen/die Position haben und zeigen

- wie Sie mit möglichen "Schwachstellen" in Ihrem Lebenslauf umgehen

- welche Signale Sie durch Ihr gesamtes Auftreten und Verhalten aussenden

- usw.


Es lohnt sich, sich ganz bewusst zu machen, welche Bereiche Sie tatsächlich unter Kontrolle haben und gestalten können. Um sich dann in diesen Bereichen klare und konkrete Ziele zu setzen - und aktiv darauf hinzuarbeiten.

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Über die Autorin:

(c) Christine Öttl, objektiv. Management & Lebensqualität
eMail: objektiv@selbstmarketing.de

Christine Öttl war selbst Führungskraft und viele Jahre Coach und
Trainerin mit Schwerpunkt Bewerbung. Gemeinsam mit Gitte Härter
hat sie unter anderem Bewerbungsratgeber veröffentlicht.

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