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Berufsbilder / Redaktionelle Beiträge

Rumheulen bringt Ihnen auch keinen Job!

Ein Beitrag von Gitte Härter

 

Im Internet, aber auch bei Veranstaltungen haben wir immer wieder mit Leuten zu tun, die

- in Selbstmitleid zerfließen,

- tausend Gründe kennen, warum man sie auf keinen Fall einstellen wird (Geschlecht, Alter, Kinder, Aussehen/Gewicht, Noten, Qualifikation, Zeugnisse, böse Chefs von früher, die es irgendwie schaffen, ihnen nach wie vor die Tour zu vermasseln ...)

- davon überzeugt sind, dass die Welt/die Gesellschaft/die Politik/die Wirtschaft schlecht ist,

- auf Front machen und aggressiv (re)agieren
- etc.


Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Natürlich gibt es individuelle Gründe für so ein Verhalten. Geknicktes Selbstbewusstsein. Resignation. Schlechte Erfahrungen. Medienberichterstattung und Horrorgeschichten von anderen. Und ganz einfach Angst, nicht mehr Fuß fassen zu können bzw. finanziell abzurutschen.

Das sind alles ernst zu nehmende und wichtige Gründe! Jeder Mensch reagiert anders: Die einen sagen "Jetzt erst recht" und entwickeln Energie und Aktivität. Anderen geht die Luft aus und eine regelrechte Starre setzt ein. - Manchmal ist es auch einfach Tagesform: eine schlechte Nachricht, wieder eine Absage im Briefkasten ... und die Emotionen überschlagen sich.


Mit den Gefühlen und der Situation umgehen

Der Titel dieses Artikels ist absichtlich sehr provozierend formuliert. Denn sehen wir den Tatsachen ins Auge: Wer sich von einer Situation beherrschen lässt, ist nicht mehr handlungsfähig.
Noch schlimmer: Man steigert sich selbst in etwas hinein - und das führt wiederum dazu, dass man sich selbst behindert.

Ein paar Beispiele dafür:

- Es werden gar keine Bewerbungen geschickt, weil "es eh keinen Sinn hat".

- Man schickt lieblose Serienbriefe, weil die Bewerbung sowieso "keiner liest".

- Anschreiben wirken defensiv, weinerlich und damit unüberzeugend ("geben Sie mir bitte eine Chance").

- Man unterstellt Personalern schnell etwas ("bestimmt bin ich zu alt", "sicher wollen sie keine Frau im ‚gebärfähigen Alter'", "Arbeitnehmer werden heutzutage eh alle ausgenutzt").

Die Wirkung, die schriftlich aber auch telefonisch oder im persönlichen Gespräch rüberkommt, ist entsprechend. Das kann man gar nicht verstecken.

Ist eine Bewerberin beispielsweise überzeugt, dass ihre beiden kleinen Kinder ein Hindernis sind, wird sie die Frage nach der Kinderbetreuung automatisch negativ auffassen und aggressiv reagieren. Dabei ist es eine legitime Frage für ein Unternehmen - und die Bewerberin könnte punkten, wenn sie darauf konstruktiv eingeht und erklärt, wie sie die Betreuung geregelt hat.


In meiner Zeit als Abteilungsleiterin bin ich mehr als einmal mit Bewerbern zusammengetroffen, die mich gemaßregelt haben, weil ich sie auf ihre aggressive und verbitterte Wirkung angesprochen hatte. Anstatt auf diesen Punkt einzugehen (und auch für sich persönlich daraus zu lernen), habe ich mir Vorträge anhören müssen, dass der Arbeitsmarkt schlecht ist und die Politik unfähig. Dabei haben sich die Bewerber durch eben dieses Verhalten selbst ins Aus gekegelt.


Nur Ihre Aktivität bringt etwas!

Man kann es drehen und wenden, wie man möchte: Eine neue Stelle können Sie nur dann ergattern, wenn Sie für sich selbst aktiv sind und das auch bleiben.

Wie gesagt: Es geht mir nicht darum, eine schwierige Situation schönzureden. Ich kenne genug Menschen, oft auch Langzeitarbeitslose, die verständlicherweise mutlos sind. Dennoch ist es wichtig zu wissen: Wie vertrakt, schwierig und beschissen Ihre persönliche Situation auch ist - nur Aktivität schafft überhaupt die Basis dafür, dass Sie die Situation verbessern.

Resignation, Ablehnung, Wut bringen Sie nicht weiter. Sondern führen leider schnell dazu, dass Sie sich zusätzliche Steine in den Weg legen.

Stehen Sie sich selbst bei!

Besonders wichtig: Bevor Sie Gründe heranziehen, warum man gerade Ihnen keine Chance mehr gibt (Alter & Co.), ist es immer besser, konstruktiv-kritisch die Bewerbung und Selbstdarstellung anzusehen. Wir erleben es beispielsweise immer wieder, dass Leute mit sehr schlechten Unterlagen in die Beratung kommen - aber völlig unkritisch einen vermeintlich sicheren anderen Grund "kennen". Das verstellt den Blick auf andere Auslöser und verhindert, sich zu verbessern.

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Über die Autorin:

(c) Gitte Härter
eMail: objektiv@selbstmarketing.de

Gitte Härter war selbst Führungskraft und viele Jahre Coach und
Trainerin. Außerdem hat sie über zwei Dutzend Ratgeber
veröffentlicht: http://www.schreibnudel.de .

Gemeinsam mit Christine Öttl hat sie unter anderem
Bewerbungsratgeber veröffentlicht.

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