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Nervosität im Bewerbungsgespräch: bewusst damit umgehen

Ein Beitrag von Christine Öttl

 

Viele Bewerber befürchten, dass sie sich mit ihrer Aufregung und Nervosität selbst einen Strich durch die Rechnung machen und einen negativen Eindruck hinterlassen könnten. Und möchten Tricks und Kniffe erfahren, wie sie Unsicherheit und Anspannung vermeiden oder auf jeden Fall kaschieren und nach außen verbergen können. Doch vielversprechender und hilfreicher, als das Nervenflattern zu bekämpfen oder zu übertünchen, ist: aktiv und bewusst damit umzugehen.

Beugen Sie Nervosität vor

Es ist sehr hilfreich, sich schon im Vorfeld mit dem Thema Nervosität zu beschäftigen und aktiv zu werden, um allzu starker Aufregung vorzubeugen und die eigene Unsicherheit möglichst klein zu halten. So können Sie sich selbst helfen:


- Bereiten Sie sich intensiv auf das Gespräch vor!

Je sicherer Sie sich grundsätzlich fühlen, je leichter Sie sich tun, etwas über sich zu erzählen und sich zu präsentieren, je besser Sie sich auf die zu erwartenden Fragen vorbereitet haben, umso weniger Anlass haben Sie, aufgeregt und nervös zu sein.


- Beschäftigen Sie sich mit möglichen "Makeln" und Schwachpunkten!

Verschließen Sie vor unangenehmen Themen (z. B. sehr bewegter Lebenslauf, schlechtes Zeugnis, fachliche Defizite usw.) nicht die Augen. Sondern beschäftigen Sie sich intensiv damit und bereiten Sie sich gut auf entsprechende Nachfragen vor. Denn die Angst, auf bestimmte Dinge angesprochen zu werden, macht es sehr schwer, ruhig ins Gespräch zu gehen bzw. nach der anfänglichen Aufregung schnell wieder die innere Balance zu finden.


- Nervosität und Unsicherheit sind ganz normal!

Bitte machen Sie sich klar, dass es keineswegs nur Ihnen so geht. Alle Bewerber sind aufgeregt und nervös, wenn auch unterschiedlich stark! Und für Personalentscheider ist das alles andere als überraschend oder merkwürdig, sondern ganz normal. Sie rechnen damit, dass Sie als Bewerber angespannt und nervös sind und werden ihnen nicht nur keinen Strick daraus drehen, sondern sie dabei unterstützen, lockerer zu werden und "runterzukommen". Denn das ist eine Voraussetzung, um einen wirklichen Dialog in Gang zu bringen und sich ein gutes Bild von Ihnen verschaffen zu können.


Tipp: Ihr Gesprächspartner ist ein ganz normaler Mensch
Jetzt denken Sie vielleicht: "Ja, ja, ist doch logisch!" Meiner Erfahrung nach ist diese Tatsache aber sehr vielen Bewerbern nur theoretisch klar. In Wirklichkeit sehen sie den Personalentscheider ausschließlich in seiner Funktion als Unternehmensvertreter und als eine Art "Auswahl-Maschine" in Menschengestalt, auf die es einen möglichst makellosen Eindruck zu machen gilt. Und solche Gedanken (die oft gar nicht so richtig bewusst werden) erhöhen die Anspannung und machen oft sogar richtig Angst. Sie können Ihren Nervositätspegel im Vorfeld (und dann auch im Verlauf des Gespräches) senken, indem Sie sich immer wieder klar machen, dass Sie einem Menschen aus Fleisch und Blut gegenübersitzen, der einen echten Dialog mit Ihnen führen und Sie möglichst gut kennenlernen möchte.


Beruhigen Sie sich selbst ganz aktiv

Höchstwahrscheinlich wird auch die beste Vorbereitung die Nervosität nicht ganz verhindern können. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn erstens kann ein gewisses Maß an Anspannung durchaus belebend und konstruktiv wirken. Zweitens gibt es eine ganze Reihe von Maßnahmen, um dem Nervenflattern entgegenzuwirken und sich selbst zu beruhigen. Hier ein paar Anregungen:

- Nutzen Sie den Hinweg, um sich auf das Gespräch einzustimmen und innerlich ins Gleichgewicht zu kommen. Hetzen Sie nicht und machen Sie sich nicht durch alle möglichen Gedanken verrückt, sondern bewegen Sie sich langsam und ruhig und atmen Sie tief und bewusst durch.

- Gehen Sie freundlich und offen auf die Leute zu/mit den Leuten um, mit denen Sie vor dem eigentlichen Gespräch zu tun haben. Antworten Sie nicht nur einsilbig, sondern lassen Sie sich auf kurze Gespräche ein - und lassen Sie sich dadurch "auflockern".

- Nutzen Sie die Wartezeit, um sich zu beruhigen und zu stabilisieren. Anstatt alle möglichen Fragen nochmal im Kopf zu wälzen oder sich gar auszumalen, was alles passieren könnte, konzentrieren Sie sich auf die Gegenwart und auf Ihren Körper.

Atmen Sie tief durch und beruhigen Sie sich mental, indem Sie sich selbst gut zureden (z. B. "Alles in Ordnung, ich bin gut vorbereitet und bisher fühle ich mich wohl hier." - "Ruuuuhig, ruuuhig, ruuuuhig … "). Sie können sich aktiv umgucken und sich ein erstes Bild vom Unternehmen machen oder auf die Toilette gehen, um sich von Ihrer Nervosität abzulenken.

- Achten Sie am Anfang und während des Gesprächs (vor allem, wenn für Sie schwierigere Themen auf den Tisch kommen) auf Ihren Körper und "arbeiten" Sie damit, um sich zu stabilisieren. Lassen Sie beide Füße bewusst am Boden, um sich zu "erden". Vermeiden Sie körperliche Anspannung bzw. lösen Sie sie gezielt auf, indem Sie eine für Sie angenehme und bequeme Sitzposition einnnehmen. Behalten Sie einen Teil Ihrer Aufmerksamkeit bei Ihrer Atmung und achten Sie darauf, ruhig, gleichmäßig und tief zu atmen.

- Hören Sie Ihrem Gesprächspartner intensiv zu und nutzen Sie die Zeit, in der Sie zuhören, auch ganz bewusst dafür, um sich innerlich zu stabilisieren. Wenn Sie selbst aktiv werden: Sprechen Sie langsam und vermeiden Sie hektische und fahrige Bewegungen. Dadurch beruhigen Sie sich selbst - und machen auf das Gegenüber einen angenehmeren und souveräneren Eindruck.


Auch eine Möglichkeit: Sprechen Sie die Nervosität an

Tun Sie sich selbst einen Gefallen und versuchen Sie nicht, Ihre Anspannung und Nervosität zu unterdrücken und krampfhaft zu verbergen. Auch sich selbst innerlich zu verurteilen und zur Räson zu rufen ("Jetzt reiß dich mal zusammen!") ist nicht hilfreich, sondern verstärkt den unangenehmen Zustand nur noch mehr. Und das bleibt auch dem Gegenüber kaum verborgen. Viel besser, hilfreicher und entspannender - für Sie selbst wie für Ihre/n Gesprächspartner - kann folgende Strategie sein:


- Gestehen Sie sich selbst zu, angespannt, aufgeregt und nervös sein zu dürfen.

Sie sind ein ganz normales menschliches Wesen und Situationen wie ein Bewerbungsgespräch sind nun mal echte Herausforderungen und Belastungen! Machen Sie sich bewusst, dass Sie nervös sind - und dass das absolut in Ordnung ist. Allein dieses Bewusstsein hilft Ihnen, lockerer zu werden, und ist viel effizienter, als wenn Sie alles Mögliche versuchen, um gegen Ihren Zustand vorzugehen.


- Wenn Ihre Hände feucht sind oder Ihre Stimme flattert, können Sie das auch offen und direkt ansprechen (z. B. "Tut mir Leid. Ich bin wirklich sehr nervös heute und deshalb sind meine Hände kalt und feucht."). Erstens lassen sich solche körperlichen Symptome sowieso kaum verbergen. Zweitens können Sie allein durch das Ansprechen viel Druck und Anspannung von sich nehmen.


- Wenn Ihnen vor lauter Aufregung etwas partout nicht einfallen will oder Sie einen richtigen Blackout haben, ist es wohl die beste - und letztlich souveränste Art - die Sache selbst anzusprechen. "Es tut mir Leid, ich bin im Moment noch so aufgeregt, dass ich einfach nichts dazu sagen kann. Ich würde gerne kurz austreten, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen."


Nervosität im Bewerbungsgespräch an sich ist keine große Sache und vollkommen normal.

Aber wie Sie damit umgehen, das spielt eine große Rolle für die Qualität des Gespräches und den Eindruck, den Sie hinterlassen. Wenn Sie sich der Aufregung ausliefern oder um jeden Preis zu kaschieren versuchen, bleiben Sie wahrscheinlich unter Ihren Möglichkeiten oder vermitteln ein unklares bzw. falsches Bild von sich. Wenn Sie dagegen bewusst und aktiv mit Ihrem inneren Zustand umgehen und beweisen, dass Sie mit einer für Sie schwierigen Sache gut umgehen können, sind Sie nicht nur mit sich selbst zufrieden, sondern können auch bei Ihrem Gegenüber punkten.

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Es hilft Ihnen pragmatisch und schnell bei der guten Vorbereitung und um selbstsicher einen guten Eindruck zum machen!

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Über die Autorin:

(c) Christine Öttl, objektiv. Management & Lebensqualität
eMail: objektiv@selbstmarketing.de

Christine Öttl war selbst Führungskraft und viele Jahre Coach und
Trainerin mit Schwerpunkt Bewerbung. Gemeinsam mit Gitte Härter
hat sie unter anderem Bewerbungsratgeber veröffentlicht.

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