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Mausclick ins Bewerbungsgespräch:Das sollten Sie bei Ihrer Online-Bewerbung beachten

Ein Beitrag von Walter Leberl

 

Sind Bewerber aus dem Web die besseren Kandidaten?

Nach Online-Banking und Online-Shopping ist die Zeit reif für Online-Bewerbungen. Die Zahl der Stellenanzeigen im World-Wide-Web steigt rasant. Mit Modem und Mausklick entwickelt sich die Datenautobahn zum Zubringer für Personalabteilungen.

Doch die Erfahrungen mit dem elektronischen Weg ins Personalgespräch stecken oft bei Arbeitgebern wie Arbeitnehmern in den Kinderschuhen. Manchmal wissen nicht einmal die Mitarbeiter eines Unternehmens bescheid, daß ihre Zeitungsanzeige „halt auch noch“ im WWW zu finden ist, geschweige denn wo.

Bis vor wenigen Jahren noch fanden sich nur einige Computer-Cracks und lediglich findige Personalvermittler in der Fülle der weltweiten Stellenangebote zurecht. Kein Wunder: Gibt es doch Dutzende von Möglichkeiten, über das Internet aktuell den Arbeitsmarkt abzuklopfen. Manche Arbeitsvermittler sind den zahlreichen Online-Stellenmärkten seit Jahren auf der Spur und können inzwischen die Spreu vom Weizen trennen.

Wer im Internet nach Arbeit sucht, zeigt heute, daß er ideenreich ist und nicht wartet, bis ihm das richtige in den Schoß fällt. Immer mehr Stellen rund um den Globus werden aus-schließlich auf der Datenautobahn feilgeboten, vor allem dann, wenn Personalchefs von vornherein nur Bewerber erreichen wollen, die auf dem Stand der Technik und für Neues aufgeschlossen sind. Zunehmend werden auch Führungskräfte online gesucht, ein Hin-weis darauf, daß auch Chefs den souveränen Umgang mit modernen Kommunikations-mitteln beherrschen sollten. Auf der anderen Seite färbt die Onlineausschreibung einer offenen Stelle auch auf das Unternehmen ab. Es kann sich öffentlichkeitswirksam und in-novativ präsentieren.

Sogar die Zahl der tatsächlichen Leser dieser Anzeige läßt sich registrieren. Der Kosten-/Nutzen-Grad wird nachvollziehbar. Wenn’s schnell gehen muß, zeigt das Netz eine wei-tere Stärke: Das elektronische Stelleninserat kann unabhängig vom Anzeigenschluß ei-nes Verlages aufgegeben werden. Und es bleibt in der Regel vier Wochen am Schirm, während die Zeitung längst im Altpapier liegt. Die Chancen steigen, daß der richtige Kan-didat auf eine Stelle aufmerksam wird. Und trotzdem liegen die Kosten niedriger.

Über Links gelangt der Leser von der Stellenanzeige direkt zur Homepage des Unternehmens. So kann er nicht nur mehr über den potentiellen Arbeitgeber erfahren, sondern ihm unter Umständen gleich per Email eine Bewerbung ins System überspielen. Beim Dialog übers Netz ist allerdings Vorsicht geboten. Leicht verfällt der Bewerber ins intimere „Hallo“, schließlich ist man eine große Web-Gemeinde. Auch die Einladung auf die private Homepage des Bewerbers, vorbei am Urlaubsphoto der Freundin und allerlei persönlichem Schnickschnack ist eher unangebracht.


Was bei einer E-Bewerbung verpönt ist...

Bewerber, die auf eine Internet-Ausschreibung reagieren, versuchen nicht selten, vor Abgabe der Bewerbung in einen regen Email-Dialog mit dem gewünschten Arbeitgeber zu treten. Die einzige Frage, die hierbei sinnvoll erscheinen darf, ist die nach der Aktualität, also ob die Stelle nicht mittlerweile schon besetzt ist. Ansonsten ist Geduld gefragt – oder die selbständige Information mit Hilfe der Homepage des potentiellen Arbeitgebers. Das Unternehmen möchte in dieser Phase erfahrungsgemäß nicht mehr an Informationen herausgeben. Kündigen Sie per Email Ihre schriftliche Bewerbung an und geben Sie sicherheitshalber gleich Adresse und Telefonnummer mit an. Allerdings nicht die, unter der Sie nur abends erreichbar sind. Firmen wollen schließlich zu Büroöffnungszeiten anrufen. Nicht selten stellen Emails aus Internetcafés Personalberater vor eine kriminalistische Herausforderung, weil der richtige Absender fehlt.

Bei Stelleninseraten aus dem IT-Bereich oder anderen Hightech-Branchen mag auch eine elektronische Bewerbung akzeptiert werden oder sogar erwünscht sein. Benennen Sie Ihren Lebenslauf im Attachment jedoch nicht einfallslos "Lebensla", sondern mit ihrem Nachnamen, sonst muß der gestreßte Personalchef sie umbenennen und mühsam aus Dutzenden ähnlich klingender Dateien herausfischen. Das gleiche gilt natürlich für das Anschreiben, von dem wegen des 8-Zeichen-Limits tausende als "Anschrei" auf den Rechnern der Unternehmen und Personalvermittler zu finden sind. Absolut verpönt sind verspielte Attachments, die Kompatibilitätshürden aufbauen oder Konvertierungen erforderlich machen. Sich als Bewerber mehr als ein Megabyte Platz im Postfach der Personalabteilung "herauszunehmen", grenzt schon an Unverschämtheit, wenn man bedenkt, daß manche Mailserver schon bei wenigen MB dicht machen.



Wälzen Sie das Ausdrucken Ihrer Bewerbung nicht auf die Firma ab

Sobald der Personalbearbeiter mehr als eine Viertelstunde mit dem Vorbereiten Ihrer Bewerbung verbringt, bleiben Sie ihm in bleibender Erinnerung – allerdings negativ.
Ein Grund mehr, sich zu überlegen, ob Sie ihm das Ausdrucken Ihrer Unterlagen mit korrek-ten Druckformatierungen nicht lieber abnehmen wollen und eine professionelle schriftliche Bewerbung zukommen lassen. Meist genügt es, auf elektronischem Weg signalisiert zu haben, daß Sie innovativ genug sind, um die Stelle im WWW aufgespürt zu haben. Beweisen Sie nicht auch noch, Besitzer von seltenen Präsentations- oder Textprogammen zu sein, die den Empfänger zur Verzweiflung bringen können. Bedenken Sie als Bewerber eines:
Solange es noch nicht üblich sein wird, sich per Videokonferenz ins virtuelle Vorstellungsgespräch einzuklinken, kommen Sie schließlich auch an einem persönlichen Termin nicht vorbei.

Unternehmen, die auf die elektronische Ausschreibung von Arbeitsplätzen setzen, haben erkannt, daß Zeitunglesen nichts anderes ist als umständliche Volltextsuche. Um die Vorteile des World Wide Web voll auszuschöpfen, sollten Sie Schlüsselbegriffe, die später in Suchmaschinen eingegeben werden könnten, explizit ansprechen. Was ein Online-Inserat enhalten sollte, sind auf jeden Fall Branche, Unternehmensgröße und –wachstum, Standort, Aufgabe, Dotierung und Sozialleistungen. Der Bewerber sollte erkennen, welche formale Ausbildung erwünscht ist und aus welchen Branchen auch Quereinsteiger willkommen sind. Ein Wort zur erwarteten Berufserfahrung und zur Altersstruktur („Wir sind ein junges Team“) ist gelegentlich auch angebracht.



Auch Arbeitgeber machen Fehler bei der Online-Personalsuche

Oft wird zu viel über das Unternehmen und zu wenig über den konkreten Arbeitsplatz und den dafür vorgesehenen Wunschkandidat ausgesagt. Mit einer inflationären Sprache wird die Stelle in einen rosaroten Nebel verhüllt, der Verpackungskünstler Christo verblassen ließe. Weniger Worte wirken oft mehr, gerade im Inter-net, wo Übersichtlichkeit und Schnelligkeit gefragt sind.

Enttäuschend ist es für den Arbeitssuchenden, wenn wegen des Mediums Internet überhaupt keine Reaktion zum Bewerber zurückkommt. Obwohl elektronisch versandte Bewerbungsunterlagen freilich nicht zurückgeschickt werden brauchen, ist die offizielle Absage auch im WWW ein Mindestmaß an Respekt gegenüber dem Interessenten – und nicht zuletzt PR für das Unternehmen.



Checkliste für Bewerber bei der Online-Stellensuche


  • Kein E-Mail-Dialog mit dem Unternehmen führen, Infos anderweitig recherchieren

  • Lediglich rückfragen, ob die Stelle noch vakant ist

  • Adresse und Telefonnummer (tagsüber) angeben

  • Ausführliche Bewerbungsunterlagen auf dem Postweg ankündigen

  • Keine aufwendigen Attachments über ein 1 MB anhängen

  • Nur Standardprogramme für Attachments verwenden

  • Lebenslauf-Datei mit dem eigenen Namen versehen

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über den Autor:
Walter Leberl ist Geschäftsführer der Leberl Wirtschaftsdienste, Sendlinger Straße 45, D-80331 München
Telefon 089/231914-0, mobil 0172/9549531, Telefax 089/23191419
eMail: Leberl.Wirtschaftsdienste@t-online.de
Internet: http://www.leberl.de
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