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Berufsbilder / Redaktionelle Beiträge

10 häufige Fragen zur schriftlichen Bewerbung

Ein Beitrag von Gitte Härter

 

1. Muss man echt diese teuren Kartonmappen nehmen?

Nein. Auch wenn die aufklappbaren Kartonmappen in den letzten Jahren sehr üblich geworden sind, ist es keineswegs erforderlich, seine Unterlagen unbedingt in so eine - doch verhältnismäßig hochpreisige - Mappe zu packen.
Es gibt eine große Vielfalt an unterschiedlichen Bewerbungsmappen - was Material, Machart, Farben, Preisklasse betrifft. (siehe auch: Für eine optimale Wirkung: die richtige Mappe.)

Wichtig ist, dass Ihre Bewerbungsmappe makellos ist: Also ordentlich verarbeitet (sehr billige Mappen sind teilweise recht unsauber gearbeitet), keine Knicke und Flecken. Das heißt: Achten Sie beim Kauf nicht nur darauf, dass Sie alle Ihre Unterlagen gut unterbringen und dass die gesamte Aufmachung Ihnen gefällt. Sondern auch auf etwas widerstandsfähiges Material. So können Sie die Mappe gegebenenfalls mehrfach verwenden und sie sieht immer noch top aus.



2. Welche Schrift muss/sollte man verwenden?

Zum Thema Schriften liest man erstaunlicherweise allerlei: Da werden manchmal bestimmte Schrifttypen (Times New Roman o. Ä.) "vorgeschrieben" oder auch rumgedeutelt à la "wer Arial benutzt, gilt als Langweiler". So ein Schmarrn. Es gibt keinerlei "Gesetz", welche Schriften Sie für eine Bewerbung nutzen müssen!

Wichtig ist, dass Sie eine Schrift wählen, die gut lesbar ist (keine Schnörkel- oder Comic-Schriften), und diese in einer angenehm lesbaren Schriftgröße (11 oder 12 Punkt) nutzen.

Bei einer Bewerbung per E-Mail ist es allerdings schon wichtig, dass Sie eine Standardschrift wählen (wie z. B. Arial oder Times New Roman), da eine Schrift, die der Empfänger nicht auf dem Rechner hat, automatisch durch eine andere ersetzt wird - und das dazu führen kann, dass Ihr Layout hinüber ist.



3. Muss man ein Deckblatt machen?

Auch ein Deckblatt ist optional. Sofern Sie sich für ein Deckblatt entscheiden, können Sie lediglich eines mit Schrift wählen oder Ihr Foto anbringen.
Ein Deckblatt enthält Ihre kompletten Kontaktdaten.

Einen positiven Eindruck macht es, wenn Sie das Deckblatt für die jeweilige Bewerbung neu gestalten und ausdrucken und neben Ihren persönlichen Daten auch angeben:

- Für welche Stelle Sie sich bewerben und
- bei welchem Unternehmen.

Das unterstreicht, dass Sie sich Mühe gegeben und die Mappe individuell zusammengestellt haben.



4. Welches Format hat das Foto?

Passbildgröße oder etwas größer. Der Fokus sollte immer auf Ihrem Gesicht sein. Bei manchen Passbildern, besonders bei dunkler Kleidung, ist der Oberkörper sehr dominant: Es kann vorteilhaft sein, das Foto etwas abzuschneiden, um Ihr Gesicht besser zur Geltung zu bringen.
(siehe auch: Tipps zum guten Bewerbungsfoto)



5. Ist es wahr, dass das Anschreiben nur eine Seite lang sein darf?

Es ist richtig, dass in der Regel eine Seite wunderbar ausreicht. Besonders, da ein gutes Anschreiben kurz, knackig und aussagekräftig (und natürlich individuell formuliert) ist.

Dennoch kann es sein, dass man tatsächlich so viel Relevantes zu sagen hat, dass eine Seite nicht ausreicht. Bevor Sie quetschen, nehmen Sie lieber eine zweite Seite dazu und achten auf ein angenehm lesbares Layout.
(siehe auch: Gängige formelle Fehler im Anschreiben und Das Anschreiben)



6. Darf man farbiges Papier verwenden?

Prinzipiell ja. Wobei sich hier besonders leichte Farbtöne wie cremefarben, dezentes Grau oder auch sehr helle Pastellfarben eignen.

Farbiges Papier sollten Sie jedoch nur einsetzen, um einen Akzent zu setzen. Also beispielsweise ein leicht gefärbtes Deckblatt oder auch ein Zwischenblatt, um Zeugnisse von Zertifikaten zu trennen.
Nicht empfehlenswert ist es, knallige/dominate Farben zu wählen.

Schön ist es auch, wenn man das Anschreiben und den Lebenslauf auf etwas stärkerem Papier (90 oder 100 g statt des üblichen 80 g-Papiers) druckt.



7. Wie sortiert man den Lebenslauf: "normal" oder das Neueste zuerst?

Das können Sie machen, wie Sie möchten. Da den Personalentscheider am meisten interessiert, was Sie aktuell und in letzter Vergangenheit gemacht haben, empfiehlt sich die antichronologische Schreibweise - also mit dem Aktuellsten beginnen und sich dann nach "hinten" durcharbeiten.

Das hat auch den Vorteil, dass beim schnellen ersten Durchsehen Ihrer Bewerbung die wichtigen aktuellen Informationen sofort ins Auge fallen.
(siehe auch: Tücken im Lebenslauf)



8. Muss man eine "dritte Seite" machen?

Die so genannte dritte Seite ist eine extra Seite, die dem Lebenslauf angehängt werden kann. Es ist eine Art persönliches Profil: Man spricht über sich und kann als Bewerber bestimmte Schwerpunkte setzen (persönliche Eigenschaften, Fähigkeiten, Ziele, Argumente für eine Einstellung).

Die dritte Seite ist völlig optional: Wenn Sie sich wohl fühlen, in dieser Form über sich zu sprechen, dann ist es eine gute Möglichkeit, sich ins rechte Licht zu setzen. Aber nur, wenn der Text auch authentisch und glaubwürdig ist - und nicht etwa nur die typischen Schlagwörter (flexibel, kommunikativ, teamfähig etc.) enthält.

Unserer Erfahrung nach sind die meisten "dritten Seiten" leider voll von Worthülsen. Darum empfiehlt es sich meist, lieber mehr Mühe auf ein gutes, individuell formuliertes und aussagekräftiges Anschreiben zu verwenden.



9. Ist es wirklich wichtig, alte Schulzeugnisse beizulegen?

In eine komplette Bewerbungsmappe gehört auch das jeweils höchste Abschlusszeugnis der Schule (Hauptschule, Mittlere Reife, Abitur) und jeweils weitere Schulabschlüsse (Fachoberschule o. Ä.).
Keine Sorge: Ein Personalentscheider ordnet die Informationen richtig ein und konfrontiert niemanden mit einer schlechten Mathe-Note von vor fünfzehn Jahren.

Unvollständige Bewerbungsunterlagen hingegen kommen nicht so gut an. So muss man bei fehlenden Zeugnissen davon ausgehen, dass ein Bewerber ein schlechtes Zeugnis verbergen möchte. Oder aber nicht sorgfältig genug ist, weil Dokumente fehlen.



10. Soll man einen frankierten Rückumschlag beilegen, damit man die Chance erhöht, dass die
Unterlagen zurückkommen?

Nein! In dem Moment, wo Sie einen frankierten Umschlag beilegen, machen Sie den Eindruck, dass Sie bereits mit einer Absage rechnen - das lässt nicht nur den Verdacht aufkommen, dass Sie selbst nicht glauben, qualifiziert für die Stelle zu sein, sondern wirkt auch sehr negativ und auf das falsche Ziel orientiert (immerhin ist das Ziel ja, einen Job zu bekommen, und nicht, die Unterlagen zurückzuerhalten).

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Über die Autorin:

(c) Gitte Härter
eMail: objektiv@selbstmarketing.de

Gitte Härter war selbst Führungskraft und viele Jahre Coach und
Trainerin. Außerdem hat sie über zwei Dutzend Ratgeber
veröffentlicht: http://www.schreibnudel.de .

Gemeinsam mit Christine Öttl hat sie unter anderem
Bewerbungsratgeber veröffentlicht.

Schriftliche Bewerbung: Mit Profil zum Erfolg. Anschreiben
perfekt formuliert. Vom Kurz-Profil bis zur Online-Bewerbung. Mit
Bewerbungsmappen-Check

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