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Berufsbilder / Redaktionelle Beiträge

Berufsbild: Informatikkaufmann/ -frau

Ein Beitrag von der Redaktion

 

Was tun Informatikkaufleute?

Informatikkaufleute sind - der Name legt es nahe - im IT-Bereich tätig. Jedoch liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit nicht auf technischen Arbeiten, sondern es überwiegt der kaufmännische Anteil. Man könnte sie auch als Dolmetscher oder Bindeglied zwischen Kunden und Technikern bezeichnen.

Entscheiden die Verantwortlichen eines Unternehmens, die Arbeitsabläufe zu optimieren und die Wahrnehmung betrieblicher Fachaufgaben für die Mitarbeiter zu vereinfachen, so muss ein passendes System der IT-Technik gefunden und eingeführt werden. Hier trifft man unweigerlich auf Informatikkaufleute, die sich - wie erwähnt - mit den kaufmännischen Aspekten einer solchen, oft hoch komplexen, Aufgabe befassen.
Dabei liegt ihr besonderes Augenmerk darauf, eine (betriebs-)wirtschaftlich möglichst optimale Problemlösung zu finden.

Der/die Informatikkaufmann/-frau analysiert also zunächst die Geschäftsprozesse des Kunden hinsichtlich der an das IT-System zu stellenden Anforderungen. Die Ergebnisse werden in Anforderungsprofilen und Pflichtenheften zusammengefasst. Systeme und Systemteile müssen dann in Auftrag gegeben, beschafft und eingeführt werden. Auch Anwendungslösungen werden erstellt und umgesetzt, d.h. auch das Programmieren von Software gehört zum Alltag der Informatikkaufleute. Dies alles geschieht im Rahmen eines größeren Projektes, das von dem/der Informatikkaufmann/-frau geplant, kontrolliert und durchgeführt wird.

Erstellte bzw. bestehende IT-Systeme werden von Informatikkaufleuten administriert, d.h. es wird ständig Service und Betreuung der Systeme geboten.

Potentielle Kunden werden über die Einsatzmöglichkeiten informiert, Nutzer der Systeme geschult und beraten.

Der Einsatzbereich erstreckt sich von Industrieunternehmen über den Handel, Banken und Versicherungen, die öffentliche Verwaltung bis zu Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen.



Aus- und Weiterbildung

Ausbildung

Die staatliche Ausbildungsordnung für diesen Beruf ist erst im Jahre 1997 erlassen worden. Sie schreibt eine dreijährige Ausbildung in Berufsschule und Ausbildungsbetrieb vor. Eine Verkürzung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Die Ausbildung besteht aus der Kernqualifikation, die für alle IT-Berufe gleich ist, und der Fachqualifikation speziell für Informatikkaufleute.

Ausbildungsinhalte sind unter anderem folgende:


  • Kenntnisse über die Organisation des Ausbildungsbetriebs hinsichtlich Beschaffung, Markt- und Kundenbeziehungen, kaufmännischer Steuerung und Kontrolle

  • Informations- und kommunikationstechnische Systeme und ihre Einsatzbereiche, Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit

  • Kompatibilität von Systemteilen

  • Programmieren

  • Zusammenstellen, Verbinden und Testen von Systemen, Einführung von Systemlösungen

  • Analyse, Beseitigung und Vermeidung von Störungen an Hard- und Software

  • Projektplanung und -durchführung

  • Beschaffung von Systemen und Systemteilen

  • Märkte

  • Erstellen und Anpassen von Datenbanken

  • Planung und Durchführung von Benutzerschulungen



  • Ein Teil der Kenntnisse wird branchenspezifisch vermittelt. Es wird dabei der Fachbereichsplan für Industrie, Handel, Banken, Versicherungen oder Krankenhaus zugrunde gelegt.


    Voraussetzungen

    Informatikkaufleute sollten sich natürlich auf alle Fälle für den Computer interessieren. Aber auch die Neigung zu kaufmännischen Aufgaben darf keinesfalls fehlen - gehören doch Einkauf, Marketing und Vertrieb zum Alltag.
    Daneben sollte man über eine gute Allgemeinbildung, logisches Denkvermögen, Organisationstalent, Kommunikations- und Teamfähigkeit, Flexibilität und Mobilität und Eigenverantwortung verfügen.

    Weiterbildung

    Ausgebildeten Informatikkaufleuten bieten sich viele Möglichkeiten zur Qualifizierung, Spezialisierung und Aufstiegsfortbildung. Sie können Seminare z.B. über Wirtschaftsdatenbanken, objektorientierte Softwareentwicklung, Testmethodik, Systemmanagement, Multimedia oder Internet besucht und sich so auf das jeweilige Gebiet spezialisieren.
    Nach entsprechender Berufspraxis ist eine Fortbildung z.B., zum/zur staatlich geprüften Informatiker/in Computer und Kommunikationstechnik, zum/zur Techniker/in Betriebsinformatik oder zum/zur Informatikfachwirt/in möglich.


    Zukunftschancen und weitere Informationen

    Zukunftschancen

    Bei Erlass der neuen Ausbildungsordnungen im Jahr 1997 setzte von Seiten der Unternehmen ein regelrechter Run auf Auszubildende und ausgelernte Informatikkaufleute ein.
    Auch heute noch liegt der Bedarf erheblich über der Zahl der fertigen und in Ausbildung befindlichen Informatikkaufleute.
    Experten sagen dasselbe Bild - d.h. einen Arbeitskräfteengpass in der IT-Brache nicht nur in Deutschland, sondern europaweit - für die nächsten Jahre voraus.

    Also: gute Chancen.

    Übrigens: Gleichzeitig mit diesem wurden drei weitere Berufe im IT-Bereich geschaffen, die allesamt sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt versprechen.
    Es sind dies der/die IT-Systemelektroniker/in, der/die Fachinformatiker/in sowie der/die IT-Systemkaufmann/-frau.

    Weitere Informationen

    Weitere Informationen zu diesem Beruf bieten unter anderem folgende Seiten:

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