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Abwägen: Passen die meisten Aufgaben zu mir?

Ein Beitrag von Gitte Härter

 

Immer wieder treffen wir Leute, die in ihrer Arbeit unzufrieden sind, weil sie einen Großteil ihrer Zeit mit ungeliebten Aufgaben verbringen. Nur selten hat sich das Aufgabenfeld im Laufe der Zeit in diese Richtung entwickelt und sind die als unangenehm, langweilig usw. empfundenen Tätigkeiten dazugekommen: Meistens haben die Betroffenen schon bei der Auswahl ihres neuen Jobs viel zu wenig darauf geachtet, was auf sie zukommen würde. Dabei kann man als Bewerber einiges tun, um das Risiko zu reduzieren, in einem wenig motivierenden oder gar frustrierenden Bereich zu landen.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Natürlich gibt es ihn nirgends, den absoluten Wunsch-Job, in dem Sie sich ausschließlich mit Dingen beschäftigen, die voll auf Ihrer Wellenlänge liegen und Ihnen total zusagen. Jede Arbeit enhält Aufgaben, Tätigkeiten und Verpflichtungen, die einem weniger Freude machen und entgegenkommen - das lässt sich zum einen nicht vermeiden und zum anderen kann man damit auch gut umgehen (lernen). Kritisch wird es allerdings, wenn der Anteil der ungeliebten Aufgaben überwiegt - oder man gar Tag für Tag "im falschen Film" ist. Nutzen Sie die verschiedenen Phasen des Bewerbungsprozesses, um möglichst viel über den potenziellen neuen Arbeitsalltag herauszufinden - und lassen Sie alle Informationen bewusst und überlegt in Ihre Entscheidung einfließen.



Klarheit über sich selbst haben

Grundlage dafür, dass Sie Ihre neue Stelle gezielt auswählen und eine bewusste Entscheidung treffen können, ist, dass Sie sich selbst gut kennen(lernen) und möglichst viel Klarheit über folgendes haben:

- was Sie gut können
- was Sie gerne machen
- wie der ideale Arbeitstag für Sie aussieht
- was Sie nicht so gut können
- was Sie nicht so gerne/überhaupt nicht mögen

- wie der schlimmste Arbeitstag für Sie aussehen würde

Es ist sinnvoll und hilfreich, diese Erkenntnisse bereits in die erste Phase des Bewerbungsprozesses - die Auswahl der Anzeigen, auf die Sie sich bewerben - einfließen zu lassen.

Beispiel:
Eine Teamassistentin möchte aus ihrer aktuellen Stelle weg, weil sie Schwierigkeiten mit ihrem Vorgesetzten hat und sich fachlich unterfordert fühlt. Obwohl sie "eigentlich" viel mehr direkt mit Menschen zu tun haben möchte, als das in ihrer aktuellen Stelle der Fall ist, und administrative Aufgaben überhaupt nicht ihr Fall sind, bewirbt sie sich auf eine Stelle als Assistentin der Geschäftsführung, die fast nur Büroarbeiten und Verwaltungstätigkeiten umfasst. Auf mein Nachhaken hin, ob dieses Aufgabenfeld tatsächlich das Richtige für sie sein könnte, macht sie sich klar, dass sie - aus ihrem starken Wunsch heraus, die aktuelle Firma so schnell wie möglich zu verlassen - eine für sie vollkommen falsche Richtung eingeschlagen hat.



Informationen über die Tätigkeiten sammeln

Damit Sie sich bewusst und überlegt entscheiden können, brauchen Sie eine Reihe von Informationen über das potenzielle zukünftige Arbeitsgebiet.
Es gilt herauszufinden:

- welche Anforderungen die angestrebte Stelle hat

- aus welchen konkreten Aufgaben der Arbeitsbereich besteht

- wie der Arbeitsalltag aussieht


Nutzen Sie die verschiedenen Phasen der Bewerbung, um diese Fragen möglichst gut beantworten zu können. Und das können Sie tun:


1. Erfragen Sie Näheres über das Aufgabengebiet.

Nicht immer geht aus der Anzeige klar genug hervor, um welche Tätigkeiten es sich handelt bzw. in welchem Ausmaß diese anfallen. Vielleicht wird Organisation von Messen und Events als Aufgabe erwähnt, aber es bleibt unklar, welche Rolle dieser Bereich spielt und wie häufig diese Tätigkeit anfällt. Falls Sie unsicher sind und gerne mehr erfahren möchten, bevor Sie sich bewerben, können Sie im Unternehmen anrufen und gezielt nachfragen.


2. Nutzen Sie das Gespräch, um möglichst viel zu erfragen.

Wie genau das Aufgabengebiet aussieht, welchen Anteil die einzelnen Tätigkeiten haben, wie ein typischer Arbeitstag aussieht: All das sind Fragen, die Sie im Rahmen des Vorstellungsgespräches klären sollten. Hören Sie intensiv und aktiv zu, während Ihr Gesprächspartner Ihnen Informationen vermittelt - Sie können sich wichtige Informationen auch aufschreiben. Und stellen Sie eigene Fragen, um möglichst viel zu erfahren und sich ein gutes Bild machen zu können.

Tipp: Sprechen Sie mögliche Defizite bzw. Wünsche pro-aktiv an. "Ich kann sehr gut mit bestehenden Kunden verhandeln, aber Kaltakquise gehört nicht zu meinen Stärken. Würde Kaltakquise zu meinen Aufgaben zählen? In welchem Ausmaß?" Es ist viel besser, diese Dinge im Vorfeld zu klären, als den Job anzunehmen und dann ein Problem damit zu haben.


3. Probetag: annehmen oder vorschlagen

Eine sehr gute Möglichkeit, um den möglichen neuen Job "live" zu erleben und herauszufinden, ob Ihnen das Aufgabengebiet (wie auch die Arbeitsatmosphäre usw.) zusagt und Ihren Erwartungen zumindest im Wesentlichen entspricht, ist ein Probetag/ Schnuppertag bzw. mehrere. Falls Ihr potenzieller neuer Arbeitgeber Ihnen diesen Vorschlag macht, sollten Sie ihn unbedingt annehmen - und die Gelegenheit intensiv nutzen, um möglichst viele Eindrücke zu bekommen. Sie können auch selbst einen Probetag vorschlagen, der ja beiden Seiten ein gegenseitiges Kennenlernen im "richtigen Leben" ermöglicht und deshalb allen Beteiligten etwas bringt.



Eine Entscheidung treffen: bewusst und überlegt

Der nächste und letzte Schritt ist für viele der schwierigste: die gesammelten Eindrücke und Informationen auszuwerten und eine Entscheidung zu treffen. Eine Pro- und Contra-Liste zu erstellen, ist eine gute Sache - allerdings darf man sich nicht von der Anzahl der jeweils angeführten Punkte verwirren lassen. Es kann sein, dass aus Ihrer Sicht zehn Punkte für den Job sprechen und drei dagegegen. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass das neue Aufgabengebiet tatsächlich das Richtige für Sie ist.

Tipp: Fragen Sie sich, wie oft und in welchem Ausmaß die Tätigkeiten anfallen, die Ihnen nicht liegen bzw. womit Sie sich schwertun. Es ist ein Riesenunterschied, ob Sie eine für Sie unangenehme Arbeit einmal im Monat zu erledigen haben oder täglich und möglicherweise sogar mehrere Stunden lang.


Gehen Sie nicht leichtfertig darüber hinweg, wenn bestimmte Teile der möglichen zukünftigen Arbeit Ihnen gegen den Strich gehen! Oder wenn Sie gar regelmäßig etwas zu tun hätten, was Sie nicht können oder nicht mögen. Analysieren Sie die Sache und entscheiden Sie dann - bewusst und überlegt. Damit Sie nicht in einem ungeliebten Job landen, nur weil Sie Ihre eigenen Bedenken auf die leichte Schulter genommen haben.

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Über die Autorin:

(c) Gitte Härter
eMail: objektiv@selbstmarketing.de

Gitte Härter war selbst Führungskraft und viele Jahre Coach und
Trainerin. Außerdem hat sie über zwei Dutzend Ratgeber
veröffentlicht: http://www.schreibnudel.de .

Gemeinsam mit Christine Öttl hat sie unter anderem
Bewerbungsratgeber veröffentlicht.

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