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Berufsbilder / Redaktionelle Beiträge

Berufsbild: Croupier

Ein Beitrag von der Redaktion

 

Allgemeines

Den Beruf des Croupiers umweht auch heute noch ein Flair des Besonderen - der nach Meinung vieler außergewöhnliche Arbeitsplatz und die vermeintlich glamouröse Kundschaft aus dem Jetset sind der Grund dafür. Dabei ist diese Tätigkeit alltäglicher als angenommen - der Croupier ist ein Servicemitarbeiter der Freizeiteinrichtung Casino. Übrigens: schon lange steht dieser Beruf nicht mehr nur Männern offen.

Der Beruf Croupier ist kein staatlich anerkannter Lehrberuf. Dies bedeutet, dass auch ein ausgebildeter Croupier trotz seiner hochspezialisierten Fähigkeiten leider offiziell eine ungelernte Kraft ist. Es gibt keine genormte oder einheitliche Ausbildung in den Spielbanken Deutschlands. Trotzdem sind die Inhalte grundsätzlich ähnlich. Die Kurse dauern je nach Fachrichtung (siehe unten) einige Wochen bis mehrere Monate und finden meist in den Abendstunden statt. Vollzeitkurse sind selten. Die Kurse werden meist nicht bekanntgemacht, bei Interesse sollte man sich also einfach ein Herz fassen und in der Spielbank anrufen. Die Anforderungen an die Bewerber sind härter als vielleicht angenommen. Das schlägt sich in der relativ hohen "Absprungrate" von 60% während der Ausbildung nieder. Auch die Casinos sieben aus - frei nach dem Motto: "Take the best, leave the rest".

Im Normalfall arbeiten die Croupiers hauptberuflich in der Spielbank. Es gibt aber auch die Möglichkeit, als Aushilfscroupier tätig zu werden. Diese werden bei hohem Besucheraufkommen, also meist am Wochenende, eingesetzt. Die benötigten Fähigkeiten werden in Crashkursen vermittelt. Diese interessante Nebentätigkeit ist besonders bei Studenten beliebt. Einfach mal in der Spielbank nachfragen.

Es gibt verschiedene Arten der Croupiertätigkeit: unterschieden wird zwischen dem Kopfcroupier, dem Vollcroupier und dem Croupier für andere Spiele.


Voraussetzungen

Bewerber müssen in der Regel mindestens 21 Jahre alt sein. Manche Spielbanken begrenzen das mögliche Alter eines Bewerbers auch nach oben - etwa auf 30 Jahre. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist von Vorteil, der Wehr- oder Ersatzdienst sollte bereits abgeleistet sein.

Fremdsprachenkenntnisse sind sehr vorteilhaft.

Selbstverständlich sind ein einwandfreier Leumund, ein makelloses polizeiliches Führungszeugnis und geordnete finanzielle Verhältnisse. Natürlich ist ein gepflegtes Äußeres erforderlich.

Nicht fehlen darf auch die Bereitschaft, fast ausschließlich nachts zu arbeiten.

Daneben sollte man Spaß am Umgang mit Menschen und gepflegte Umgangsformen haben. Außerdem ist es notwendig, zum "Multitasking" fähig zu sein. Diese auch in der Ausbildung immer wieder trainierte Eigenschaft ist unabkömmlich, wenn es am Spieltisch hoch her geht und der Croupier mehrere Dinge gleichzeitig tun und auch noch den Überblick behalten muß. Nicht umsonst sagt man, der Croupier müsse "Drei Arme, drei Ohren und drei Augen" haben. Auch ein sehr gutes Gedächtnis ist Voraussetzung.


Kopfcroupier - Tätigkeit und Ausbildung

Der Kopfcroupier verdankt seinen Namen seiner Positionierung am Kopfende des "Französisch-Roulette"-Tisches. Er ist für die Verwaltung der Jetons, das Ausrechnen der Gewinne der Mitspieler sowie das Verteilen und Einziehen der gewonnenen und verlorenen Jetons mit dem Rechen (Rateau) verantwortlich.

In seiner Ausbildung muß der angehende Kopfcroupier die benötigten Fähigkeiten mit viel Ausdauer lernen und immer wieder üben, bis alles perfekt sitzt. Er muss aus einen ungeordneten Haufen Jetons schnell aufnehmen und ordnen, die Zahlenfolge der Roulettemaschine ohne Nachdenken vorwärts und rückwärts aufsagen, Jetons korrekt auf dem Spielfeld platzieren, Gewinne blitzschnell ausrechnen, große Mengen von Jetons schnell aufnehmen und ordentlich wieder ablegen, mehrere Jetons gleichzeitig elegant und zielsicher werfen und perfekt mit dem Rateau umgehen können. Die genaue Kenntnis aller Spielregeln ist selbstverständlich und wird während der Ausbildung in schneller Folge abgefragt.

Etwa nach der Hälfte der Ausbildung werden "Testspiele" mit den Kursteilnehmern veranstaltet. Nur wer hier in den Augen der Kursleiter passabel abschneidet, wird zur Prüfung zugelassen und ggf. in den Spielbetrieb übernommen. Auch nach Abschluß des Kurses sind aber mehrere Perfektionskurse erforderlich, um sich nach ca. 2-3 Jahren einen fertigen Kopfcroupier nennen zu dürfen.


Vollcroupier - Tätigkeit und Ausbildung

Der Vollcroupier trägt diesen verwirrenden Namen, weil er zwar auch lediglich am "Französisch-Roulette"-Tisch tätig ist, dort aber nicht nur am Kopfende, sondern sowohl dort als auch an der Roulettemaschine einsetzbar ist. Selten wird dieser Begriff zwar für den Croupier gebraucht, der an allen Spielen ausgebildet ist, grundsätzlich ist aber der voll ausgebildete "Französisch-Roulette"-Croupier gemeint.

Ein Vollcroupier durchläuft zunächst die gleiche Ausbildung wie der Kopfcroupier (siehe oben), da er ja auch diese Fertigkeiten beherrschen muss. Im Rahmen der Zusatzausbildung zum Vollcroupier steht er aber vor einem ungleich höheren Lernpensum, um die speziellen Fähigkeiten zur Arbeit am Roulettekessel zu erwerben.

Die wichtigste hierbei ist die korrekte und sichere Auszahlung der Gewinne. Dazu muss er wissen, wie (d.h. in welcher Jeton-Stückelung) in dem speziellen Casino bestimmte Gewinne ausgezahlt werden. Auch wird geübt, die Kugel korrekt zu werfen, so dass die wiederum vom Casino vorgegebene Mindestanzahl von Umläufen vor dem Fall der Kugel gewährleistet ist. Auch die Drehgeschwindigkeit des Roulettekessels ist vorgegeben. Für die Arbeit mit dem Rateau ist zusätzliche Übung erforderlich, da er größer und schwerer ist als der des Kopfcroupiers. Insbesondere wird das flüssige und elegante Ausführen aller Arbeiten geübt - der Croupier am Roulettekessel steht schließlich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit aller.

Auch hier werden "Testspiele" veranstaltet, die über Zulassung zur Prüfung und Übernahme in den Spielbetrieb entscheiden. Es folgen wiederum mehrere Perfektionskurse, bis der "Meister des Spiels" nach 2-3 Jahren den hohen Anforderungen in allen Bereichen gerecht wird.


Croupier für andere Spiele - Tätigkeit und Ausbildung

Neben dem französischen Roulette kann der geneigte Casinobesucher noch an anderen Spielen teilnehmen, und auch hierfür werden Croupiers benötigt. Da wären zum Beispiel der Croupier für das American Roulette ("Amroul"), Black-Jack, Poker oder das italienisch Punto Banco.

Croupier für das American Roulette kann man in 4 Wochen bis 3 Monate dauernden Kursen werden. Erlernt werden hier neben den Spielregeln wiederum der Umgang mit den Jetons, das schnelle Ausrechnen und Ansagen der Gewinnsumme, das Geben der Kugel, das Lesen von Gewinnbildern zum noch schnelleren Ermitteln und Errechnen der Gewinne.

Die Ausbildung zum Black Jack Croupier dauert in der Regel 4-6 Wochen. Sie wird sowohl als Einstieg in den Croupierberuf als auch als Weiterbildung zur Erweiterung des Einsatzbereiches angeboten. Vermittelt werden natürlich die Spielregeln, die etwas einfacher sind als bei den anderen Spielen. Darüber hinaus muss der angehende Croupier das flüssige Kartenmischen mit der korrekten Handhaltung, das vorschriftsmäßige Kartenziehen und Verteilen der Karten, das blitzschnelle Erkennen und Ablesen der Kartenwerte, die richtige Handhabung der Jetons und die verschiedenen Auszahlungsmodi beherrschen.

Darüber hinaus werden Ausbildungen zum Croupier für weitere, nicht standardmäßig vorhandene Spiele wie Punto Banco, Baccara, Poker, European 7/11, Cubus, Red Dog etc. angeboten. Diese sind meist als Weiterbildung gedacht. Insbesondere bei dem komplizierten Spiel Baccara ist Erfahrung im Casino unbedingt erforderlich.


Sonstiges zu diesem Beruf

Besonderheiten bei der Bezahlung

Croupiers werden nach einem sonderbaren System bezahlt. Vereinfacht gesagt werden die Gehälter ausschließlich aus den Trinkgeldern der Casinobesucher gezahlt. Davon müssen Steuern, aber auch Sozialversicherungsabgaben abgeführt werden. Auch für die Rente muss der Croupier selber sorgen. Zwar werden die Stimmen nach einer Gleichstellung der Croupiers mit anderen Arbeitnehmern lauter, bislang hat sich der gewünschte Erfolg jedoch noch nicht eingestellt.

Chancen

Croupiers können naturgemäß nur in Spielbanken arbeiten. Örtliche Flexibilität kann erforderlich werden, wenn nur in anderen Städten gerade Stellen angeboten werden. Der Personalbedarf ist aber wohl vorhanden. Einem Croupier stehen gute Aufstiegschancen offen. Ist er erst einmal an verschiedenen Spielen flexibel einsetzbar, kann er Saalaufsicht werden und mit viel Glück vielleicht einmal selbst ein Spielcasino leiten. Natürlich muss - wie für jeden beruflichen Aufstieg - die Leistung stimmen.

Andere Berufsbilder im Casino

Neben der Arbeit am Spieltisch fallen in der Spielbank noch viele andere Aufgaben an. Ohne näher darauf einzugehen, seien hier einige weitere Tätigkeiten im Casino genannt: Leiter des Automatenspiels, Automatentechniker, Automatenaufsicht, Saaldiener/Page, Rezeptionist, Parkplatzwächter, Garderobenmitarbeiter, Chauffeur, Buchhaltung, Sekretariat, Controlling, Marketing, EDV-Berufe.

Weitere Informationen

Informationen über die jeweiligen Kursangebote erhält man am besten von den Spielbanken direkt - oder natürlich aus dem Internet. Besonders ausführlich kann man bei Casinoland (http://www.casinoland.de) nachlesen.

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