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Berufsbilder / Redaktionelle Beiträge

Sicher starten – erfolgreich durchhalten
Die ersten 100 Tage im neuen Unternehmen

Ein Beitrag von Herbert Hiereth

 

Wussten Sie, dass jede zweite Führungskraft noch während der Probezeit ihr Arbeitsverhältnis auflöst? Trotz klarer Stellenbeschreibung und reibungslosen Vorstellungsgesprächen, fühlen sich die „Neuen“ im Unternehmen oft nicht wohl. Das Bild, das sie sich vom Unternehmen oder der Position aufgrund der Gespräche gemacht haben, wird nicht bestätigt. Die Erfahrungen vor Ort - ob mit neuen Kollegen oder dem persönlichen Arbeitsumfeld - sind meistens anders als erwartet.

Im Vorfeld kann bereits vieles geklärt und geordnet werden. Haben Sie sich alle Informationen/Daten zum Unternehmen, zum Arbeitsumfeld und zur Ihrer Position beschafft? Hilfreich zur Datensammlung ist auch die örtliche Presse, das Internet, Firmenzeitschriften und natür-lich die Gespräche mit dem Personalleiter/Vorgesetzen, Personalberater, den Freunden und Bekannten. Häufig werden die entscheidenden Fragen im Vorfeld jedoch nicht gestellt: Wie ist die Unternehmenskultur, welche Persönlichkeitsmerkmale passen gut in das neue Team, welche Erwartungshaltung hat das Unternehmen mir gegenüber? Welche(s) Aufgabe/Projekt ist am dringendsten zu erledigen? Nach welchen Kriterien beurteilt das Unternehmen/ der Vorgesetzte die Mitarbeiter? Wie werden die Mitarbeiter motiviert - passt dies mit meiner Vorstellung/Wertewelt überein? All dies sind wichtige Punkte, die zur besseren Einschätzung dienen und die Ihre Sicherheit in der neuen Umgebung erhöhen.

14 Tipps garantieren reibungslosen Start

Information und Wissensstand ist eine Seite der Medaille – das persönliche Erleben die andere. In den ersten 100 Tagen lauern einige Falltüren und -stricke, die es zu umschiffen gilt. Die nachfolgenden 14 Tipps ermöglichen Ihnen einen erfolgreichen und si-cheren Start im neuen Unternehmen:

1.
Am ersten Arbeitstag sollte die Kleidung der Position im Unternehmen entsprechen, also nicht over- oder underdressed erscheinen. Also Augen auf beim Vorstellungsgespräch bzgl. der Kleiderordnung!

2.
Begrüßen Sie Ihre Kollegen/innen mit Handschlag. Die ersten 2 Sekunden sind entscheidend, welchen bleibenden Eindruck Sie hinterlassen.

3.
Fallen Sie nicht gleich am ersten Tag durch übermäßigen Einsatz auf, das erschwert Ihren Stand bei den Kollegen/innen.

4.
Fassen Sie Ihre persönlichen und beruflichen Ziele für die nächsten 100 Tage schriftlich zusammen und kontrollieren Sie regelmäßig, ob Sie noch im Plan sind oder ob Sie Anpassungen aufgrund neuer Erkenntnisse vornehmen müssen.

5.
Erkundigen Sie sich über die Sitten und Gebräuche ihrer neuen Firma - ist es üblich, einen Einstand zu geben, wird der gemeinsame Gang in die Kantine gewünscht etc., dann machen Sie mit!

6.
Bleiben Sie authentisch - dadurch schaffen Sie Vertrauen und geben keine missverständlichen, verbalen oder nonverbalen Botschaften! Ebenso ist die Authentizität ein Ausdruck von seelischer Gesundheit.

7.
Bereiten Sie Fragen vor, die wirkliches Interesse zum Arbeitsplatz und zur Aufgabe zeigen. In den ersten Tagen haben Sie den Bonus des /der „NEUEN“!

8.
Arbeiten Sie nicht mit Annahmen, sondern hören Sie sowohl bei Aufgaben als auch bei Antworten genau hin - und wenn nötig, lieber nochmals Nachhaken!

9.
Bringen Sie sich möglichst schnell menschlich und fachlich ein!
Sprechen Sie mit neuen Kollegen/innen über Ihre und deren Aufgabe und loten Sie aus, wie das „interne System“ arbeitet. Sie erkennen dadurch schnell die Vernetzung der Arbeitsplätze und erkennen die internen Strömungen.

10.
Warten Sie mit Verbesserungsvorschlägen - ungeachtet wie sie bisher gearbeitet haben. Verschonen Sie Ihr neues Umfeld mit "…ich habe das aber immer so gemacht...“. Der Zeitpunkt wird kommen, an dem Sie ihre Kompetenz und Fähigkeiten/ Ideenreichtum einbringen können. Verschaffen Sie sich erst einen genauen Einblick, bevor Sie werten.

11.
Lernen Sie aus Ihren Fehlern – versuchen Sie nicht, diese zu leugnen, doch vermeiden Sie dringend, Fehler ein zweites Mal zu machen.

12.
Reflektieren Sie und fordern Sie Rückmeldungen von Ihren Vorgesetzten und Kollegen ein.

13.
Nutzen/suchen Sie eine Person Ihres Vertrauens, die aufgrund der fachlichen Kompetenz und ihrer Funktion die Rolle des Mentors im Unternehmen übernehmen kann.

14.
Stellen Sie Ihre eigenen Vorurteile auf den Prüfstand - analysieren Sie Ihre eigenen Vorurteile. Machen Sie sich Gedanken, weshalb sie da sind und wie sie sich entwickelt haben. Welche Strategien können Sie anwenden, um sie abzubauen.

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über den Autor:
Herbert Hiereth ist Seniorpartner bei Antonio & Friends, Oberhaching und als Personalberater tätig: „Die Kunst, Unternehmen und Menschen so zu begreifen und einzuschätzen, dass die neue Aufgabe zur Person und die neue Person zum Unternehmen passt, sehe ich als meine heutige Kernaufgabe“.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Antonio & Friends, Grünwalder Weg 28 a, 82041 Oberhaching, Tel.: 089/66518063+61, Fax: 089/66592339, Email: hiereth@antonio.de .

 
     

 

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